Parkinsongruppe
Potsdam
Telefon Tel.: 033200/5 52 34
e-Mail kirsten.vesper-dpv@gmx.de

Promis unterstützen Parkinson-Gala –

Udo Lindenberg lässt grüßen

 

Von Axel Schulz über Franziska Knuppe bis Daniela Schadt: Für die Tulip-Gala zur Unterstützung Parkinson-Kranker am Sonnabend in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) haben sich viele Promis angesagt. Udo Lindenberg lässt grüßen - und spendiert ein Aquarell zur Versteigerung.

Udo Lindenberg stiftet dieses Aquarell der Parkinson-Gala, auf der es versteigert wird.

Blankenfelde-Mahlow. Axel Schulz ist kein Mann für alle Fälle. Charity hier, Charity da? Der Mann mit der harten Faust hat zwar ein weiches Herz, aber er schaut dennoch genau hin, um was es bei einer Hilfsaktion geht. Entschließt er sich zu helfen, dann nach dem Motto: Wenn schon, denn schon. Mit der Deutschen- Parkinson-Gala „Tulip“ am kommenden Sonnabend im Van-Der-Valk-Hotel Berlin- Brandenburg in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) hält er es genauso.

Beeindruckt hat ihn wohl auch das Engagement von Gala-Initiator Stephan Goericke. Der Potsdamer, der von Hause aus eigentlich Unternehmer ist, wurde vor einigen Jahren mit einer schrecklichen Diagnose konfrontiert: Goerickes Vater litt an Parkinson. Für den Sohn wurde die Krankheit zur Verpflichtung: nicht klein beizugeben, sondern sich dagegen zu stemmen. Er suchte und fand Unterstützer für seine Benefizgala

– darunter von Jahr zu Jahr mehr Prominente wie Axel Schulz.

Der Ex-Boxstar möchte Parkinson Paroli bieten, weil ihn die Begegnungen mit Betroffenen erschüttert haben. Beispiel: Peter Hofmann. Axel Schulz lernte den Startenor bei Golf-Charityturnieren kennen. Dann musste er den Verfall des Mega-Künstlers miterleben: vom Powerpaket mit unübertrefflicher Bühnenpräsenz hin zum bewegungsarmen Menschen mit der Roboter-Mimik. „Da kommt keine Emotion mehr rüber, keine Fröhlichkeit. Die Augen sind ganz leer“, beschreibt Schulz den Eindruck, den der Anblick von Parkinson-Kranken bei ihm hinterlässt. Regelmäßig besucht der Ex-Boxer Selbsthilfegruppen für Betroffene, oft auch zusammen mit seinen zwei kleinen Töchtern (7 und 3), die nicht nur die Promi-Sonnenseite des Lebens kennenlernen sollen.

Ihm wurden Wohlstand und Sorgenfreiheit nicht in die Wiege gelegt, betont Schulz, weshalb er dem Schicksal zutiefst dankbar sei. Was für ihn auch bedeutet: Nicht einfach nur die Hände in den Schoß zu legen, sondern zum Beispiel mal zum Hörer zu greifen und seinen alten Kumpel Udo um einen Gefallen zu bitten. Ob der nicht ein schönes Bild hätte für den guten Zweck, die Parkinson-Gala? Udo Lindenbergs Likörelle (mit Eierlikör gemalte Aquarelle) sind begehrte Sammlerstücke. Axel, der einstige starke Mann im Ring, hat den Rocker Udo mit starken Argumenten überzeugt: Am Sonnabend wird ein Likörelle-Gemälde made by Lindenberg bei der Gala versteigert. Dass der Spender nicht selbst kommt, ist zwar schade, wird aber hinsichtlich der VIP-Dichte gut wettgemacht. RBB-Journalist Attila Weidemann, der seit der Gala-Premiere im Jahr 2010 zu den ehrenamtlichen Unterstützern zählt, kann diesmal besonders viele bekannte Gesichter vor sein Mikrofon bitten. Top-Model Franziska Knuppe zum Beispiel. Potsdams Vorzeige-Beauty weiß um die Ängste und Sorgen kranker Menschen. „Meine Mutter ist Kinderärztin, sie hat über Jahre Kinder mit Asthma und Allergien betreut.“ Der Promi-Bogen spannt sich von TV-Moderator und Buchautor Max (vormals Dieter) Moor über ZDF-Sportmoderatorin Jana Thiel und Rudi Carrells Witwe Simone bis hin zu Comedian Hans Werner Olm und Musicalstar Franziska Schuster. Gala-Schirmherrin ist „First Lady“ Daniela Schadt.

Eine Heilung bei Parkinson gibt es bis heute nicht. Nur die Hoffnung darauf. Der Erlös der Parkinson-Gala – übrigens die einzige ihrer Art in ganz Deutschland – geht an den Verein „Deutsche Parkinson-Hilfe“, der auch zu der Hoffnung beiträgt, dass irgendwann der Durchbruch beim Kampf gegen die Krankheit gelingt.

Oder um es mit den Ost-Kultrockern von Karat zu sagen, die sich bei der Gala mit einem Live-Auftritt die Ehre geben werden: „Über sieben Brücken musst du gehen / sieben dunkle Jahre überstehn / sieben Mal wirst du die Asche sein / aber einmal auch der helle Schein.“

Von Ildiko Röd

 

Interview mit Schirmherrin Daniela Schadt: "Jeder kann betroffen sein"

Potsdam - Daniela Schadt, Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft über die Deutsche-Parkinson-Gala übernommen.

MAZ: Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie sich bereit erklärt haben, die Deutsche-Parkinson-Gala zu unterstützen?

Daniela Schadt: Auch wenn es auf den ersten Blick wegen meines Engagements für mehr Chancengerechtigkeit für benachteiligte Jugendliche nicht auf der Hand liegt, konnte ich bei der Bitte, die Tulip-Gala zu unterstützen, nicht Nein sagen. Parkinson ist – ebenso wie Alzheimer – eine Krankheit, die  uns in den nächsten Jahrzehnten mehr und mehr beschäftigten wird, denn die Menschen werden immer älter. Da bislang nicht geklärt werden konnte, was die irreversible Erkrankung des zentralen Nervensystems auslöst, also zu Parkinson führt, kann jeder von uns davon betroffen sein. Ich halte es daher für wichtig, dass diese Krankheit verstärkt von der Öffentlichkeit in den Blick genommen wird.

Was macht Sie beim Thema Parkinson am meisten betroffen?

Schadt: Es ist der stetig fortschreitende und unumkehrbare Krankheitsverlauf, der für die Betroffenen und ihr Umfeld körperlich und emotional so belastend ist. Es gibt ein Kinderbuch von Dagmar H. Mueller mit dem Titel „Opa sagt, er ist jetzt Ritter. Vom Leben mit Parkinson“. Das Bild, das darin gezeichnet wird, drückt die besondere Tragik dieser Krankheit aus: Der an Parkinson erkrankte Großvater trägt eine eiserne Ritterrüstung, die ihn in seinen Bewegungsabläufen erheblich einschränkt. Sie ist eine dauernde Last, die täglich schwerer wiegt und sich auch auf das Seelenleben des Trägers auswirkt.

Gab es auch in Ihrem Umfeld schon Krankheitsfälle, wo Sie sich ohnmächtig fühlten ?

Schadt: Ein sehr geliebter Onkel von mir war an Parkinson erkrankt – daher weiß ich, was dieses Schicksal für die Angehörigen bedeutet.

Interview: Ildiko Röd