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Wer zahlt für die BIG-Therapie

Patienten zahlen meistens selbst für Big - Therapie

 

Ob die Kosten in Hohe von rund 800 Euro fur die Big-Therapie von der Kasse ubernommen werden, hangt davon ab, wo ein Patient versichert ist. Laut Georg Ebersbach, Chefarzt der Fachklinik in Beelitz- Heilstatten, haben Privatversicherte meist kein Problem, das Geld von ihrer Kasse zu bekommen. Auf Kassenrezept bekommt man die Big-Therapie selten.

Wer zahlt für die Big-Therapie an der Fachklinik Beelitz-Heilstätten?

Bei gesetzlich Versicherten sieht es anders aus: Ihre Kassen tragen die Kosten in der Regel nicht.

Warum zahlen gesetzliche Krankenkassen nicht für die Big-Therapie?

Bei der AOK Nordost und der Barmer GEK, den beiden grosten gesetzlichen Krankenkassen Brandenburgs, verweist man darauf, dass die Big-Therapie nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Im Leistungskatalog ist festgelegt, welche Leistungen von der Kasse ubernommen werden mussen. Die Kassen konnen daruber hinaus freiwillig Leistungen ubernehmen, das geschieht aber im Fall der Big-Therapie laut Georg Ebersbach so gut wie nie.

Warum ist die Big-Therapie nicht Bestandteil des Leistungskatalogs?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ? das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von unter anderem Arzten, Krankenhausern und Kassen ? entscheidet anhand bestimmter Richtlinien, welche Leistungen in den Leistungskatalog aufgenommen werden und welche nicht. Dabei geht es um die medizinische Notwendigkeit einer Therapie, aber auch um ihre Wirtschaftlichkeit. Der Ausschuss wird allerdings erst tatig, wenn eine Therapie zur Prufung vorgelegt wird. Fur die Big-Therapie ist das bisher nicht geschehen, erklart Georg Ebersbach. Grund: Nach einer Vorprufung durch die Patientenbeauftragte des G-BA sei klar, dass die Prufung schon an formellen Hindernissen scheitern wurde.

Die Studie, die man fur die Therapie durchgefuhrt hat, erfulle die Masstabe des G-BA nicht, weil sie zu klein sei und die Big-Therapie nicht mit herkommlichen Methoden wie Krankengymnastik vergleicht. Um eine solche Studie aufzulegen, fehle das Geld, so Ebersbach.

Warum setzt der G-BA so hohe Kriterien an?

Im Sinne der Versicherten mussen Nutzen und Schaden neuer Methoden genau gepruft werden, sagt Kristine Reis, Sprecherin des G-BA. Da das Geld aus der gesetzlichen Krankenversicherung kommt, musse man zudem die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten.

Was kann getan werden, damit die Kosten für die Big-Therapie doch öfter übernommen werden?

Georg Ebersbach wunscht sich eine staatliche Forderung zur Erforschung nicht-medikamentoser Therapien, da bei diesen in der Regel keine finanzkraftigen Pharma-Unternehmen im Hintergrund stehen. Weitere Chance: Mit einer Gesetzesanderung hat der G-BA jetzt die Moglichkeit, selbst klinische Studien zu initiieren, wenn er Potenzial in einer Methode sieht. Zudem will die AOK-Nordost Gesprache uber die Big-Therapie mit der Klinik aufnehmen und Losungsansatze erortern, so Sprecherin Gabriele Rahse.

Von Angelika Pentsi